fair value

Unser Leistungsspektrum

Wir haben unser Leistungsprofil in vier Segmente aufgeteilt. In jedem Segment informieren wir Sie in einer tabellarischen Auflistung über die wesentlichen Aspekte unseres Leistungsprofils und über Wissenwertes.

Wissenswertes über IFRS

Wer sind die Anwender

Als Anwender der IFRS for SMEs kommen alle Unternehmen in Betracht, deren Eigenkapitalinstrumente oder Schuldtitel nicht öffentlich, z.B. an einer Börse, gehandelt werden, die aber zu einer externen Rechnungslegung verpflichtet sind. Insoweit richten sich die IFRS for SMEs an eine breite Basis von Unternehmen, die nicht notwendigerweise dadurch gekennzeichnet sind, dass sie klein oder mittelgroß sind. Das Kernabgrenzungskriterium ist zunächst der Verzicht auf die Börsennotierung. Der IASB geht bei seiner Abgrenzung durchaus davon aus, dass auch große Unternehmen die IFRS for SMEs anwenden, obwohl solche Unternehmen eher abwägen werden, gegebenenfalls aus Gründen besserer Vergleichbarkeit, die sogenannten Full-IFRS anzuwenden.

Wachsende Bedeutung der IFRS

Die International Financial Reporting Standards haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Allerdings nicht nur für die von den gesetzlichen Regelungen betroffenen Unternehmen. Auch die nicht betroffenen Unternehmen setzen sich zunehmend mit den IFRS auseinander, nicht nur um den Anforderungen von Eigen- oder Fremdkapitalgebern oder Geschäftspartnern zu genügen, sondern auch um Wettbewerbsfähigkeit auf dem Transaktionsmarkt für Unternehmen herzustellen und zu dokumentieren. Da auch im Umfeld deutscher Rechnungslegungsstandards zunehmend über die Internationalisierung der deutschen Bilanzierung nachgedacht wird, ist über kurz oder lang davon auszugehen, dass die Gemeinschaft der nicht gesetzlich zu IFRS verpflichteten Rechnungsleger den IFRS nicht aus dem Wege gehen kann. . Dies wird nicht zuletzt auch durch die Fortentwicklung der Europäischen Gemeinschaft wesentlich beeinflusst, da sich die nationale Rechnungslegung bereits schon heute in den Grenzen des europäischen Rechts bewegen muss.

IFRS – ein komplexes Rechnungslegungssystem

Unabhängig davon, ob ein Wechsel zu den internationalen Rechnungslegungsstandards durch gesetzliche Vorschriften initiiert ist oder nicht, stellt ein solches Umstellungsprojekt für ein Unternehmen eine erhebliche Herausforderung dar. Die gewohnten Bilanzierungs- und Bewertungsstandards müssen zu einem großen Teil aufgegeben werden und einem Konzept weichen, dass anders als die deutschen Rechnungslegungsvorschriften nicht dem Vorsichtsprinzip, sondern dem Fair-Value-Konzept folgt. Dieses Konzept hat zu dem regelmäßig deutlich umfangreichere Berichtspflichten im Anhang als Folge.

Die komplexeren und häufig detaillierter formulierten Anforderungen an die Rechnungslegung sind oftmals kurzfristig und insbesondere während der Umstellungsphase von Unternehmen nur unter erheblichen Anstrengungen qualitativ und quantitativ zu erfüllen. Hinzu kommt, dass die IFRS in den letzten Jahren erheblichen Änderungen unterzogen wurden. Kritikpunkte, die in Deutschland nicht nur seitens der Unternehmen, sondern in einer durchaus wahrnehmbaren Anzahl von Fällen auch von deutschen Hochschullehrern und nicht zuletzt den Wirtschaftsprüfern vertreten werden.

Dabei besteht in nicht wenigen Fällen wie z.B. im Zusammenhang mit der weltweiten Finanzkrise betreffend die Bilanzierung von Finanzinstrumenten oder bei der Bilanzierung des Eigenkapitals von Personengesellschaften oder Genossenschaften ein großes Bedürfnis nach klarstellenden oder Neu-Regelungen. Im Gegenteil muss derzeit davon ausgegangen werden, dass weitere Änderungen auf dem Wege sind, die in den betroffenen Bereichen in ihren bilanziellen Auswirkungen beinahe einen Paradigmenwechsel darstellen, einschließlich des damit verbundenen Umstellungsaufwands. Es sei beispielsweise auf die derzeitigen Diskussionen im Zusammenhang mit der Überarbeitung der IFRS betreffend die Ertragsrealisation oder die Bilanzierung von Leasingverhältnissen verwiesen.

Den Forderungen nach Erleichterungen durch sogenannte Mittelstands-IFRS ist das  International Accounting Standard Board (IASB) durch die Entwicklung von „IFRS for Small and Medium-sized Entities (SMEs)“ (IFRS for SMEs) nachgekommen. Die finale Fassung des Standards ist im Juli 2009 verabschiedet worden. Die darin umgesetzten Erleichterungen sind nicht wenige und keine geringen. Es wird z.B. auf den Verzicht des Impaiment Only Ansatzes bei der Folgebewertung des Goodwill verwiesen. Statt dessen ist der Goodwill planmäßig abzuschreiben.

Die Etablierung der IFRS for SMEs im Kontext des europäischen bzw. nationalen Bilanzrechts gilt es mit Spannung zu erwarten, da seit der Einsetzung einer für die Entwicklung der IFRS for SMEs zuständigen Arbeitsgruppe anhaltende Diskussionen über die Unternehmenszielgruppen (Anwender) und den Umfang der Erleichterungen bestehen. So empfehlen beispielsweise die Working Group Recommendations vom August 2005, bei der Entwicklung der IFRS for SMEs Unternehmen mit nichtöffentlicher Rechnungslegung in der Größe von 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von € 10 Mio. zu berücksichtigen.

Aber auch unter Berücksichtigung der oben genannten Kritikpunkte gelten die IFRS im internationalen Bereich – nicht zuletzt auch wegen der Konvergenzbestrebungen mit US-GAAP -  unausweichlich als die sich durchsetzenden Rechnungslegungsgrundsätze. In der nationalen Diskussion werden die Vorzüge gegenüber den derzeitig geltenden deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen weitestgehend unwidersprochen in der Transparenz gesehen.

Wir unterstützen Sie gern

Wir unterstützen Sie sehr gerne bei der Bewältigung der hiermit verbundenen Herausforderungen. Aufgrund mehrjähriger umfänglicher Erfahrungen bei Umstellungsprojekten und bei der Beurteilung einzelner Bilanzierungssachverhalte können wir Ihnen von der Projektplanung über die technische Umsetzung bis zu bilanzrechtlichen Fragestellungen ein breites Wissensspektrum anbieten.

Wissenswertes über IFRS for SMEs

Die IFRS for SMEs wurden erstmalig im Juli 2009 mit gleichnamigem Stand durch das IASB veröffentlich. Aktuell wird in vielen Ländern die Übernahme der Standards in nationales Recht geprüft oder bereits eingeleitet. Für die europäischen Länder, somit auch für Deutschland, prüft aktuell die Europäische Kommission die Kompatibilität mit dem europäischen Recht. Hierzu fand, initiiert durch die EU, zwischen 17. November 2009 und 12. März 2010 eine Konsultation zur Einholung der Auffassungen zum IFRS for SMEs innerhalb der EU statt. Die Ergebnisse sind seit dem 31. Mai 2010 auf der Website der Europäischen Kommission einsehbar. Unterm Strich erfahren die IFRS for SMEs viel Zustimmung, insbesondere wegen der sich international angleichenden Rechnungslegung. Eine Umsetzung in jeweils nationales Recht führt allerdings zu unterschiedlichen Komplikationen, da oftmals, so auch in Deutschland, die handelsrechtliche Bilanzierung mit Sachverhalten der Besteuerung (z.B. Ertragsteuern) oder mit gesellschaftrechtlichen Fragestellungen (z.B. Ausschüttung) verknüpft ist. In Deutschland stehen die IFRS for SMEs zudem noch im direkten Konkurrenzverhältnis zu den gerade durch das BilMoG frisch renovierten deutschen Rechnungslegungsvorschriften, die für sich zwar in Anspruch nehmen, sich zu einem Teil internationalen Rechnungslegungsgepflogenheiten angepasst zu haben aber andererseits eine deutliche Abgrenzung zu den IFRS beinhalten.

Wer sind die Anwender

Mit der Verabschiedung des Bilanzrechtsreformgesetztes haben alle Gesellschaften, deren  Wertpapiere am jeweiligen Bilanzstichtag in einem beliebigen Mitgliedstaat zum Handel in einem geregelten Markt im Sinne des Artikels 1 Absatz 13 der Richtlinie 93/22/EWG des Rates vom 10. Mai 1993 über Wertpapierdienstleistungen zugelassen sind, für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2005 beginnen, ihre konsolidierten Abschlüsse nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards – kurz: IFRS) aufzustellen. Die gleiche Verpflichtung haben Mutterunternehmen, die bis zum jeweiligen Bilanzstichtag die Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einem organisierten Markt im Inland beantragt haben.

Wachsende Bedeutung international homogener Rechnungslegungsstandards

Auch im Bereich der nicht-börsennotierten, mittelständischen oder eigentümergeführten Unternehmen wächst das Interesse an international vergleichbaren Rechnungslegungsstandards. Dies resultiert aus einer nicht geringen Anzahl an international aufgestellten Konzernen, aber auch aus einer zunehmend international werdenden Gemeinschaft an Investoren in diesem Unternehmenssegment. Gleichzeitig besteht aber gerade in dieser Unternehmensgruppe der Wunsch überbordende quantitative und qualitative Rechnungslegungsverpflichtungen zu vermeiden. Hierzu gehört auch die Verpflichtung zu multiplen Rechenwerken, die sich z.B. aus internen, steuerlichen oder - bei den Full-IFRS-Anwendern - handelsrechtlichen Verpflichtungen ergeben. Die tatsächliche Bedeutung der IFRS for SMEs lässt sich heute noch nicht abschließend ermessen. Hierzu ist die Entwicklung nach einer Übernahme in europäisches und anschließend nationales Recht abzuwarten. Die hohe allgemeine internationale Akzeptanz von internationalen Rechnungslegungsstandards lassen jedoch zunehmenden Druck auf die Standardsetter oder Gesetzgeber erwarten. Eine Umsetzung und damit Ablösung eigenständiger nationaler Rechnungslegungsgrundsätze wird aber notwendigerweise zu einem eigenständigen Steuerbilanzrecht führen. Angesichts der derzeitigen nicht zuletzt durch das BilMoG geschaffenen Situation hat dieses Szenario allerdings bereits deutlich an Schrecken verloren.

 

BilMoG-Umstellung zum 31.12.2010

Die neuen Rechnungslegungsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) sind spätestens im Jahres- bzw. Konzernabschluss für Geschäftsjahre, die nach dem 01.01.2010 beginnen, anzuwenden und sind somit erstmalig für alle Abschlüsse zum 31.12.2010 relevant. Wesentliche Regelungen entfalten bereits zum 01.01.2010 ihre Wirkung, so dass "BilMoG"-Eröffnungsbilanzwerte zu bestimmen sind.

Mit den BilMoG sind eine Vielzahl neuer Rechnungslegungsvorschriften in Kraft getreten. Hervorzuheben sind insbesondere:

  • das Verrechnungsgebot von Altersversorgungsverpflichtungen deckenden Zweckvermögen
  • das Wahlrecht für den Ansatz von selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen
  • die Abschaffung bestimmter Aufwandsrückstellungen
  • die Bewertung von Rückstellungen mit ihrem Erfüllungsbetrag
  • den anzuwendenden Zinssatz für die Abzinsung langfristiger Rückstellungen, somit auch Pensionsrückstellungen
  • die Bewertung bestimmter Pensionsrückstellungen mit dem Zeitwert damit verbundener Wertpapiere
  • die Voraussetzungen zur Durchführung von außerplanmäßigen Abschreibungen und das Wertaufholungsgebot
  • die Definition der Herstellungskosten; auch für selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände
  • besondere Regelungen für kapitalmarktorientierte Unternehmen
  • die Ausschüttungs- und Abführungssperre
  • den Ansatz von latenten Steuern nach dem "temporary"-Konzept
  • den Eigenkapitalausweis, z.B. bei ausstehenden Einlagen oder erworbenen eigenen Anteilen und
  • diverse neue Erläuterungspflichten im Anhang

Im Konzernabschluss ergaben sich darüber hinaus insbesondere neue Regelungen hinsichtlich

  • der Erweiterung des Kreises der einzubeziehenden Tochterunternehmen
  • der Einschränkung der Kapitalkonsolidierung auf die Neubewertungsmethode
  • des Zeitpunktes der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss
  • des Ansatzes von latenten Steuern nach dem "temporary"-Konzept
  • des Ansatzes von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen mit dem Buchwert und
  • diverser neue Erläuterungspflichten im Anhang

Bei der Umstellung auf BilMoG sind zahlreiche Übergangsvorschriften zu beachten, die den Unternehmen teilweise mehrere Umstellungsmöglichkeiten gewähren und damit bilanzpolitischen Spielraum bieten.

Neben diesen herausragenden Änderungen durch das BilMoG darf eine wesentliche Veränderung im deutschen Bilanzrecht nicht unerwähnt bleiben, nämlich die Aufgabe des Prinzips der umgekehrten Maßgeblichkeit, d.h. die Anknüpfung der Möglichkeit der Inanspruchnahme bestimmter steuerlicher Regelungen an ihren gleichlautenden Ansatz in der Handelsbilanz. Dies und die Einschränkung der materiellen Maßgeblichkeit in § 5 Abs. 1 S. 2 EStG führen zu ganz neuen Überlegungen, die die gewollte oder gegebenenfalls erzwungene Abkopplung der Handelsbilanz von der Steuerbilanz zum Gegenstand haben.

Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen hat sich eine Vielzahl der Unternehmen mit den Auswirkungen des BilMoG noch nicht so detailliert beschäftigt, als dass alle erforderlichen Umstellungen bereits identifiziert oder vollzogen wurden.
Dies kann allerdings in der wesentlichen Phase der Erstellung des Abschlusses, die regelmäßig erst nach der Beendigung des Geschäftsjahres beginnt, zu gegebenenfalls unangenehmen Überraschungen und zu unerwartetem Zeitdruck führen.
Insbesondere beobachten wir das Problem, dass z.B. die komplexer gewordenen Bewertungsfragen oder die Ermittlung von latenten Steuern häufig die Kapazitäten des Rechnungswesens überschreiten. Wenn dann der Jahres- bzw. Konzernabschluss zu prüfen ist, ist der Abschlussprüfer wegen seiner Unabhängigkeitsverpflichtung schnell an der Grenze seiner gesetzlich zugestatteten Beratungsmöglichkeiten angelangt.

In dieser Situation helfen wir Ihnen gern bei der BilMoG-Umstellung, da die prüfungsbezogene Erstellungsunterstützung unsere Spezialität ist, wir mit dem BilMoG schon einige Erfahrungen sammeln konnten und wir die Anforderungen Ihres Abschlussprüfers aufgrund unserer eigenen Erfahrungen als Abschlussprüfer gut einschätzen können. Wir begleiten oder vertreten Sie selbstverständlich auch bei der Abstimmung der Bilanzierungsfragen mit Ihrem Abschlussprüfer oder erstellen die hierfür erforderliche Dokumentation.